Luftfeuchtigkeit bekämpfen mit Luftschacht, Katzenstreu, Salz und Co.

Um es klar zu sagen: Es gibt keine wirkliche Alternative zum Luftaustausch, um Luftfeuchtigkeit aus Räumen herauszubekommen. Vor wenigen Jahrzehnten ging dies nur mit der guten alten Fenster-auf-Methode. Mit der Erfindung von Klimaanlagen, Entlüftungsschächten (wie wir sie bei fensterlosen Bädern finden) oder modernen Luftaustauschsystemen mit Wärmerückgewinnung (wird in Null- oder Niedrigenergiehäusern eingesetzt) wurden weitere Möglichkeiten geschaffen, um die verbrauchte Luft in Räumen durch frische Luft auszutauschen und gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit zu senken. Wer beispielsweise in einem Gebäude wohnt, dass mit einer Klimaanlage oder einem Lufttauschsystem ausgerüstet ist, muss keine Fenster öffnen. Das Lüften übernimmt die Technik.

In vielen älteren Plattenbauten gibt es Bäder und Küchen ohne Fenster. Hier soll ein Luftschacht für den ausreichenden Luftaustausch sorgen. Sie sind meistens mit einem Lüfter versehen, der die Luft absaugt. Die Nutzer dieser Wohnungen können nach dem Duschen oder Kochen natürlich keine Fenster aufreißen. Sie müssen aber darauf achten, dass sich der Lüfter lange genug dreht und dass die Lüftungsschlitze in der Bad- oder Küchentür nicht verschlossen sind, damit ein ausreichender Luftaustausch stattfinden kann.

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Was tun, wenn es trotz Lüften zu feucht in der Wohnung ist?

Zu hohe Luftfeuchtigkeit und Schimmel trotz gutem Lüftungsverhalten – das ist leider keine Seltenheit in Deutschland. Viele Bewohner beschäftigen sich daher damit, was sie ergänzend zum Lüften tun können, um das Raumklima zu verbessern. Vielleicht erinnern Sie sich noch an jene Zeiten, in denen die Autos noch keine Klimaanlagen hatten. In den Fahrzeuginnenräumen war es meist sehr klamm. Dann legte man einfach Zeitungspapier auf die nassen Fußmatten. Die Zeitung saugte sich mit Wasser voll und wurde anschließend wieder entfernt. Dieses Wirkungsprinzip lässt sich auch in Wohnungen anwenden. Allerdings ist Zeitungspapier eher ein ungeeignetes Material, dass sich nur bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit vollsaugt. Aus diesem Grund sollte man übrigens keine Zeitungen, Dokumente oder Familienfotos in feuchten Kellern aufbewahren. Und Behälter aus Pappe sind in diesen Fällen auch keine gute Idee. Wer hingegen feststellt, dass in der Wohnung gelagerte Zeitungen nach einiger Zeit klamm werden, hat wirklich ein sehr ernsthaftes Feuchtigkeitsproblem in seiner Wohnung.

Baumärkte bieten Luftentfeuchter Granulat und dazu passende Behälter an. Dieses Granulat entzieht der Luft die Feuchtigkeit, die als Wasser in einem Auffangbehälter gesammelt wird. Gelegentlich müssen das aufgefangene Wasser weggeschüttet und das verbrauchte Granulat erneuert werden.

Diese Behälter sollten möglichst dort aufgestellt werden, wo ein schlechter Luftaustausch stattfindet oder wo regelmäßig viel Feuchtigkeit in die Raumatmosphäre eingebracht wird. Neben Bad und Küche gibt es noch Feuchtigkeitsquellen, an die oft nicht gedacht werden. Das wären zum Beispiel große Blumenecken, Aquarien oder auch Hobbyräume, in denen viel mit Wasser hantiert wird.

Selbstverständlich ist man nicht auf die von der Industrie angebotenen Luftentfeuchter Granulate angewiesen. Man kann auch Alternativen wie Katzenstreu verwenden. Es ist sehr saugfähig und entzieht ebenfalls der Luft die Feuchtigkeit. Gleiches gilt für gewöhnliches Salz. Wer dieses Salz in einer großen formschönen Schüssel platziert, hat auch gleich noch einen dekorativen Blickfang.