Problemkind Schlafzimmer

In vielen Schlafzimmern gedeiht Schimmel besonders prächtig. Dies liegt meist am falschen Verhalten der Bewohner. Viele lassen die Schlafzimmerheizung auch im Winter aus und haben selbst bei Frost die Fenster über Nacht offen. In einem kühlen Zimmer schläft es sich nun einmal besser. Das bestätigen auch Schlafforscher.

Gründliches Lüften reduziert die Gefahr von Schimmelbildung. Das hat wohl inzwischen jeder schon mal gehört. Mit diesem Gedanken im Kopf meinen viele, dass Dauerlüften des Schlafzimmers rund um die Uhr somit optimal sei. Mehr lüften geht ja nicht. Doch diese Überlegung ist falsch. Dauerlüften fördert eher noch die Schimmelbildung. Zwischen das Fenster 24 Stunden sieben Tage die Woche offen halten und Lüften liegen Welten. Das Ziel des Lüftens ist es ja, Feuchtigkeit aus dem Zimmer zu entfernen. Damit dies funktioniert, muss warme Luft mit hohem Feuchtigkeitsgehalt gegen kalte Luft ausgetauscht werden. Sind die Fenster ständig offen, ist der Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innenluft viel zu gering. Es strömt zwar ständig frische Luft zu und alte entweicht, aber es wird dabei kaum Feuchtigkeit aus dem Raum abtransportiert. Wie das Lüftungsprinzip funktioniert, können sie auch HIER nachlesen.

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Wo kommt die Feuchtigkeit im Schlafzimmer her?

Da in einem Schlafzimmer weder geduscht, noch gekocht wird und hoffentlich auch keine Wäsche zum Trocknen hängt, halten viele das Schlafzimmer für einen relativ trockenen Raum und können sich nicht erklären, woher die Feuchtigkeit kommt, wenn sie Schimmel im Schlafzimmer entdecken.

Die Antwort ist einfach: Von uns selbst. Wir Menschen geben ständig Feuchtigkeit an die Umwelt ab durch unseren Atem und über die Haut. Vielen ist es nicht bewusst. Aber das Schlafzimmer gehört zu jenen Räumen, in denen wir uns am längsten aufhalten – im Schnitt ein Drittel des Tages. Viel Zeit also, in der wir Feuchtigkeit abgeben. Wer schläft, der sündigt nicht, produziert aber dennoch Feuchtigkeit: bis zu 700 ml Wasser pro Nacht.

Während wir in unseren Betten träumen, passiert folgendes: Die Bettdecke und Matratze sind durch die Körperwärme des Schlafenden wärmer als die Umgebungsluft im kalten Schlafzimmer und ziehen dadurch die in der Atemluft und im Körperschweiß enthaltene Feuchtigkeit an. Die kalte Schlafzimmerluft kann zudem wenig Wasser aufnehmen und somit auch durch Luftaustausch weniger Feuchtigkeit ins Freie bringen, als Nacht für Nacht von den Schlafenden produziert wird.

 

So wird das Schlafzimmer richtig gelüftet:

Wer sein Schlafzimmer heizt, sollte es so lüften, wie andere beheizte Zimmer auch. Besonders wichtig ist das Lüften nach dem Aufstehen. Vorher die Bettdecke gut aufschütteln und zurückschlagen.

Wer auch im Winter bei geöffnetem Fenster schläft, sollte nach dem Aufstehen die Fenster schließen und die Heizung aufdrehen. Hat sich die Luft im Schlafzimmer erwärmt, werden die Heizung wieder abgedreht und die Fenster für ca, zehn Minuten aufgerissen. Nach diesem gründlichen Lüften am Morgen sollten die Fenster wieder verriegelt und die Heizkörper hochgeregelt werden. Vor der Nachtruhe heißt es dann schließlich: Heizung zu und Fenster auf! Wer so sein Schlafzimmer lüftet, sorgt für ein gutes Schlafklima und kann mit dem guten Gewissen schlafen, das Schimmelrisiko verringert zu haben.