Was passiert beim Lüften?

Die einfachste Methode, um die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu senken und die Gefahr für Schimmelbildung zu reduzieren ist das Lüften. Das dürften inzwischen die meisten Menschen wissen. Aber warum ist das so und was passiert eigentlich beim Luftaustausch?

Beim Lüften machen wir uns die Fähigkeit der Luft zunutze, dass sie mit steigender Temperatur mehr Wasser aufnehmen kann. Im Umkehrschluss heißt dies natürlich auch, dass kalte Luft deutlich weniger Wasser aufnehmen kann und daher auch weniger enthält. Nehmen wir an, die Lufttemperatur in unserer Küche beträgt 20 Grad und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 60 Prozent, so enthält ein Kubikmeter Luft rund 10 Gramm Wasser. Nun tauschen wir diese Luft durch Lüften komplett mit der Außenluft aus, die (als einfaches Rechenbeispiel) eine Temperatur von 0 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von ebenfalls 60 Prozent hat. Diese enthält weniger als drei Gramm Wasser auf einem Kubikmeter. Nun wird die frische Luft wieder durch das Heizen auf 20 Grad erwärmt und auf Grund des geringen Wassergehalts sinkt die Luftfeuchtigkeit (theoretisch auf etwa 20 Prozent). Beim Erwärmen nimmt die frische und trockenere Luft wieder das im Raum befindliche Wasser auf, das wir durch Kochen, Atmen, Abwaschen usw. in den Raum einbringen. Dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit wieder an, bis wir die mit Wasser angereicherte Luft erneut durch kalte, trockene Luft austauschen. Kurz: Durch das regelmäßige Austauschen der Luft entfernen wir das in den Räumen befindliche Wasser.

 

Was passiert, wenn nicht ausreichend gelüftet wird?

Wird nicht oder nicht ausreichend gelüftet, steigt die Luftfeuchtigkeit immer weiter an. Dadurch kann die Luft das Wasser immer schlechter oder gar nicht mehr aufnehmen, wenn die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent erreicht hat. Wasser verbleibt im Raum, beispielsweise in Textilien, in der Tapete, sammelt sich sogar auf Oberflächen (zum Beispiel auf den Küchenfliesen) oder dringt in das Mauerwerk ein. Zudem gibt die stark mit Wasser angereicherte Luft beim Zirkulieren sehr schnell Wasser ab, wenn sie auf kalte Stellen (Fenster, Außenwand) trifft und sich dort abkühlt.

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