Problemfall Keller

Viele ältere Gebäude haben feuchte Keller. Oft ist es so schlimm, dass diese kaum noch als Lager, Fahrradkeller oder Hobbyraum genutzt werden können. Diese Feuchtigkeit raus zu bekommen, ist problematisch. Die sonst übliche Entfeuchtungsmethode durch Lüftungsaustausch funktioniert nämlich meist nicht, weil beispielsweise der Keller nicht beheizt wird und/oder es keine Fenster bzw. nur sehr kleine Fenster gibt.

Auch zur Ursache von Feuchtigkeit gibt es Unterschiede zwischen Keller- und Wohnräumen. In Küche, Bad, Kinderzimmer und Co. wird die Feuchtigkeit durch uns und unsere Aktivitäten eingebracht. Aber im Keller halten wir uns kaum auf und wir baden auch nicht im Keller. Es muss also andere Gründe für das feuchte Klima im Untergeschoss geben.

Ist die Feuchtigkeit im Keller nicht durch ein bekanntes Ereignis wie Hochwasser oder Wasserrohrbruch entstanden, liegt der Verdacht nahe, dass Mängel an der Bausubstanz dafür verantwortlich sind. In diesem Fall sollte unbedingt ein Fachmann herangezogen werden, um zunächst die Ursache zu ermitteln. Denn ist der wahre Grund nicht bekannt, wird es auch nicht gelingen, den Keller nachhaltig trocken zu bekommen.

Betroffene Kellergewölbe kann man meist nur mit Technik, also mit Luftentfeuchtern trocknen, wie sie beispielsweise auch bei der Bautrocknung oder bei Havarien eingesetzt werden. Doch diese Geräte fressen sehr viel Strom und sind keine Dauerlösung. Ihre Nutzung macht nur Sinn, wenn die eigentliche Ursache der Feuchtigkeit bereits behoben wurde. Das ist etwa wie bei einem Wasserrohrbruch. So lange Wasser aus der geborstenen Leitung plätschert, kann man die Lache aufwischen, wie man will, man wird den Fußboden nicht trocken bekommen.

Schimmel_5.jpg

 

Tipp

Im Hochsommer kann man beobachten, dass bei zahlreichen Gebäuden die Kellerfenster rund um die Uhr offen sind. Viele Immobilienbesitzer versuchen nämlich, ihren feuchten Keller durch intensives Lüften bei warmen Außentemperaturen trocken zu bekommen.

Diese Herangehensweise ist falsch und verschlimmert eher das Feuchtigkeitsproblem noch. Der Keller ist im Sommer deutlich kälter als die Außenluft. Die warme und meist mit viel Feuchtigkeit angereicherte Luft dringt in den Keller ein, kühlt sich dort ab und gibt dabei Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Es wird also sogar noch zusätzliche Feuchtigkeit in den Keller eingebracht.