Was ist Schimmel und wie entsteht er?

Die Sporen von Schimmelpilzen befinden sich überall in der Luft, allerdings in sehr geringer Konzentration. Wissenschaftler schätzen, dass es etwa 120.000 verschiedene Schimmelpilzarten gibt. Nicht alle sind schädlich, einige werden sogar bei der Lebensmittelproduktion eingesetzt, beispielsweise bei bestimmten Käsesorten. Eine hohe Konzentration von Pilzsporen in der Atemluft kann jedoch eine Reihe von Krankheiten und Allergien auslösen. Daher sollte die Schimmelbelastung in unseren Wohnräumen möglichst gering gehalten werden.

Wachsen und vermehren können sich Schimmelpilze in einem Temperaturbereich von 0 bis 50 Grad Cesius. Besonders wohl fühlt er sich aber bei Temperaturen, in denen auch wir Menschen uns behaglich fühlen: also bei 15 bis 25 Grad Celsius. Dies erklärt, warum sie in unseren beheizten Wohnungen so gut gedeihen. Darüber hinaus benötigen Schimmelpilze Feuchtigkeit. Ansonsten sind sie nicht sehr wählerisch, denn sie können an allen organischen Materialien entstehen, die in unserem Umfeld reichlich vorhanden sind.

Das Wachsen der Schimmelpilzkulturen erfolgt in zwei Phasen. In der ersten entsteht ein Geflecht aus Zellfäden. Es ist von Menschen faktisch unsichtbar. Das gut zu sehende und typische Schimmelbild entsteht erst in der zweiten Wachstumsphase, wenn eine Schicht von Fruchtkörpern gebildet wird. Diese Fruchtkörper geben die Sporen an die Luft ab. Das Tückische ist also: Wir sehen den Schimmel erst, wenn es zu spät ist, wenn die Sporen sich bereits überall verteilen und nach weiteren ideale Lebensbedingungen suchen, um sich weiter zu vermehren.

Daher bringt das Entfernen des Schimmelbefalls durch handelsübliche Chemikalien oder durch Malerarbeiten relativ wenig. Die Sporen sind in hoher Konzentration in der Luft und der nächste Schimmelbefall wird nicht lange auf sich warten lassen, wenn sie gute Bedingungen vorfinden.

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Der Kampf gegen Schimmel kann also nur gewonnen werden, wenn sie keine guten Bedingungen vorfinden. Welche Möglichkeiten ergeben sich da?

 

Temperatur?

Halten wir die Temperatur in unserer Wohnung unter 0 oder über 50 Grad Celsius, wollen Schimmelpilze nicht darin wohnen – wir aber auch nicht. Also kein machbarer Ansatz, um das Problem zu lösen.

 

Luftreinheit?

Die Luft freihalten von Sporen? Dies wäre nur in Reinräumen machbar und fällt als Lösung ebenfalls flach.

 

Luftfeuchtigkeit!

Ist es in unseren Wohnungen nicht feucht genug für Schimmelpilzkulturen, können sie nicht wachsen und gedeihen. Also die Luft in den Wohnräumen trocken halten und schon haben Schimmelpilze keine Chance. So einfach ist es aber leider nicht. Denn bei diesem einzig machbaren Lösungsansatz ergeben sich mehrere Probleme. Zum einen können wir in unserer Wohnung nicht auf dem Trockenen sitzen. Schon die Luft enthält Feuchtigkeit. Und sind beispielsweise die Wände kälter als die Umgebung, kondensiert Wasserdampf aus der Luft und es entstehen feuchte Stellen. Hier finden die Pilze dann ideale Bedingungen, um sich auszubreiten. Darüber hinaus sind wir Menschen selbst Produzenten von Feuchtigkeit. Mit jedem Atemzug bringen wir Feuchtigkeit in die Umgebungsluft. Auch mit Handlungen, die zum Wohnen nun mal dazugehören wie Duschen oder Kochen erhöhen wir die Luftfeuchtigkeit. Es ist also nicht einfach, den Schimmel wirkungsvoll von unseren Wohnungen fernzuhalten. Aber es geht und was Sie konkret tun können, lesen Sie hier: