Mängel an der Bausubstanz

Nicht immer sind die Nutzer einer Wohnung schuld, wenn der Schimmel an den Wänden blüht. Baumängel sind häufiger Grund für Schimmelbildung, als es die Eigentümer von Immobilien wahrhaben wollen oder es gegenüber den Mietern zugeben. Neben Kältebrücken können auch eine schadhafte Fassade oder ein undichtes Dach als Ursache in Frage kommen. Eine große Anzahl von Altbauten hat zudem oft das Problem von schlecht isolierten Kellern und von Feuchtigkeit, die über die Jahre in das Mauerwerk eindringt.

Zwar kann falsches Verhalten der Nutzer das durch Baumängel bestehende Schimmelproblem verschlimmern, so wie lehrbuchmäßiges Lüften die Auswirkungen der Mängel minimieren oder verzögern kann. Man muss aber deutlich sagen: Liegt ein Baumangel vor, nützt alles Lüften nicht viel. Mit Stoßlüftung bekommt man nun mal keine über Jahre feucht gewordene Wand trocken. Auch die Beseitigung des Schimmels mit handelsüblichen Chemikalien oder das Überdecken durch Malerarbeiten haben nur kosmetischen Charakter und beheben die Ursache nicht. Das hilft bestenfalls, wenn wirklich falsches Lüftungsverhalten vorlag.

 

Schimmelprobleme kann man nicht aussitzen

Baumängel wirkungsvoll zu reparieren ist mit Kosten verbunden und je nach Art des Mangels kann das sehr teuer werden – wenn es richtig, sprich professionell gemacht wird. Daher schieben viele Immobilienbesitzer dieses Problem vor sich her. Aber Schimmel durch Baumängel gehört zu jenen Problemen, die man nicht aussitzen kann. Sie werden mit der Zeit größer und größer. Und die Kosten zur Behebung werden eher steigen, weil das ungehinderte Eindringen des Wassers immer mehr das Mauerwerk angreift und für Folgeschäden sorgt. Im extremsten Fall kann das Gebäude unbewohnbar werden. Immobilienbesitzer sind also gut beraten, das Auftreten von Schimmel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und sollten den Ursachen nachgehen.

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Wird die von Schimmel betroffene Immobilie vom Eigentümer selbst genutzt, so werden meistens sehr schnell die Gründe bei Baumängeln und nicht beim eigenen Fehlverhalten gesucht. Klar, man weiß ja selbst, wie man lüftet und dass man diesbezüglich alles bestmöglich richtig macht. Bei vermietetem Wohneigentum sieht dies ein wenig anders aus. Hier wird geradezu als Reflex erst mal den Mietern der Schwarze Peter zugeschoben.

 

Ursache beseitigen – ein Fall für Profis

Wer sich entschlossen hat, das durch Baumängel auftretende Schimmelproblem anzugehen, sollte Nägel mit Köpfen machen. Halbherziges Rumdoktern ist nur rausgeschmissenes Geld. Auch wer handwerklich begabt ist und viele Arbeiten am Haus selbst ausführt, sollte in diesem Fall lieber Profis ranlassen. Inzwischen sind zahlreiche Unternehmen auf dem Markt, die sich auf das Schimmelproblem spezialisiert haben. Es ist zu empfehlen, sich an diese Fachfirmen zu wenden.

Doch bevor der Auftrag erteilt wird, gilt, was bei allen Verträgen gelten sollte: Vertrauen Sie nicht blind, sondern schauen Sie sich genau an, um was für eine Firma es sich handelt. Gibt es beispielsweise Reverenzobjekte, die bereits vor Jahren trocken gelegt wurden und immer noch trocken sind?

Betroffene Vermieter, aber auch Mieter sollten sich zudem von den Unternehmen entsprechende Zertifikate zur fachgerechten Schimmelsanierung vorzeigen lassen. Bei einer dilettantischen Entfernung kann sich nicht nur der Schaden verschlimmern. Auch die Gefahren für die Gesundheit steigen womöglich an. Wird dem Schimmel nämlich laienhaft zu Leibe gerückt, kann unbemerkt die Raumluft mit aufgewirbelten Pilzsporen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, kontaminiert werden. Schnell verteilen sich die Sporen dann in der ganzen Wohnung. Das hat fatale und gefährliche Folgen: Einerseits können die Sporen allergische Reaktionen bei den Bewohnern hervorrufen. Anderseits könnten dadurch bisher nicht betroffene Räume zusätzlich mit Schimmel befallen werden.